75. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion

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Am 22. Juni 2016 gedachten wir dem 75. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion mit einer Kundgebung am Jungfernstieg. Es war die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte an deren Ende über 30 Millionen Deutsche und Russen ihr Leben verloren.

Es gab historische Daten zu den größten Schlachten mit Opferzahlen und einige Lieder die an diese Zeit erinnern.

Im Zentrum stand der Bezug zur aktuellen Politik. Es wurde dargelegt, dass es im Westen Kräfte gibt die einen neuen großen Krieg riskieren – oder sogar gezielt ansteuern. Dabei ist die historisch überholte Kriegsorganisation NATO die größte Gefahr für den Weltfrieden. Einen neuen Krieg zwischen Deutschen und Russen darf es nicht geben.

Die Rede des Vorsitzenden der Russischen Gemeinde Hamburg:

[HISTORISCH:]
Diese Aktion geschieht aus Anlass des 22.Juni 1941. Vor genau 75 Jahren überfiel das faschistische Deutschland die Sowjetunion und begann damit die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte – Eine Katastrophe die am Ende zu mehr als 30 Millionen Toten führte.

Millionen Zivilisten litten unter diesem Krieg. Hunderttausenden Kindern wurde ihre Kindheit geraubt.

Ich will zwei konkrete Beispiele nennen:
Hier sind Porträts von zwei Soldaten die in meinem Alter waren als sie gefallen sind. Sie heißen IVAN NIKOLAEV und EVGENIJ BOJARINZEV. Beide sind 1916, mitten im 1.Weltkrieg, geboren und 1941, im 2.Weltkrieg, gefallen. Im Alter von nur 25 Jahren.

Ivan Nikolaev war Kampfpilot. Am 5.November 1941 fiel er bei Moskau in Erfüllung seines Kampfauftrages gegen deutsche Kampfflieger.

Evgenij Bojarinzev war Unterleutnant im 596. Schützenregiment. Am 28.August 1941 wurde er nach Fronteinsatz als vermisst gemeldet.

Jeder einzelne dieser Todesfälle war eine große Katastrophe für die Angehörigen. Auf russischer Seite sind Millionen solcher Söhne, Brüder und Väter gefallen. Und weitere Millionen auf deutscher Seite. Sie wurden durchsiebt von Patronen, zerfetzt von Artillerie und verbrannten in ihren Panzern.

[AKTUELL:]
Doch was geschehen ist, ist geschehen. Wir dürfen es nie vergessen aber wir können es nicht rückgängig machen. Was wir tun können ist dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder passiert. Die oberste politische Forderung eines jeden Menschen muss klar und unüberhörbar lauten: Nie wieder Krieg!

Leider ist diese Forderung heute so aktuell wie seit Jahrzehnten nicht mehr: Seit 2014 überschlagen sich die Massenmedien und die Transatlantiker in der Politik geradezu in ihrer Kriegshetze. Die neue mediale „Operation Barbarossa“ gegen Russland hat schon vor zwei Jahren begonnen.

Doch auch militärisch werden die Provokationen gegen Russland immer aggressiver und die Situation wird immer unberechenbarer.

Nur einige Beispiele:
1. Seit Jahren bemühen sich die USA um den Aufbau eines Raketenabwehrschilds in Osteuropa. Dieser hat das Potential das nukleare Gleichgewicht in der Welt zu zerstören. Es wird also ein Atomkrieg riskiert. Und in ihrer typischen Dreistigkeit und Verlogenheit sagt die USA-Regierung dieser Abwehrschild diene dem Schutz gegen iranische Atomwaffen. Was würden die USA zu einer russischen Raketenabwehr in Mexiko oder Kuba sagen? Man muss hier nicht spekulieren und kann sich die Reaktion der USA in der Kubakrise ansehen als die Welt kurz vor einem Atomkrieg stand.

2. Die USA schicken Ausbilder und Waffen an die Armee der ukrainischen Oligarchen und an faschistische Bataillone. Diese führen damit Krieg direkt an der russischen Grenze.

3. Anfang diesen Monats wurde in Polen eine große Militärübung durchgeführt. 31.000 NATO-Soldaten waren daran beteiligt.

4. Erst letzte Woche hat ein Militärmanöver mit 10.000 NATO-Soldaten im Baltikum begonnen. Also noch weiter östlich als die Übung in Polen, nur etwa 100km von der russischen Grenze entfernt.

Ich sage es ehrlich: Ich habe große Sorge, dass diese hochaggressive Aussenpolitik der NATO-Staaten, und allen voran der USA, bald zu einer Eskalation führen wird.
Das sind keine wilden Fantasien. Die Lage ist sehr ernst. So ernst, dass sogar der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier zu der letzten NATO-Übung in Baltikum sagte: „Was wir jetzt nicht tun sollten, ist durch lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul die Lage weiter anzuheizen“.

Selbst in der unterwürfigen Bundesregierung wird also einigen diese Eskalationspolitik zu viel.

[AUFRUF:]
Wir rufen deshalb alle dazu auf zu handeln bevor es zu spät ist!
Irgendwann ist ein Punkt erreicht nachdem alles zu einem Selbstläufer wird und nicht mehr zu stoppen ist. Es ist genau jetzt an der Zeit etwas von der eigenen Zeit zu opfern um gegen Kriegstreiber und Kriegsprofiteure aktiv zu werden.

Es gilt: Das beste Mittel gegen Krieg ist der Einsatz für die Völkerfreundschaft und der Kampf gegen die Kriegstreiber im eigenen Land.

Wir werden uns nicht in einen weiteren großen Krieg hetzen lassen!

Wir sagen:
1. Nein zur NATO! Deutschland raus aus der NATO – NATO raus aus Deutschland!

2. Kriegstreibern den Boden entziehen! Sowohl den Massenmedien als auch den transatlantischen Politikern. Stärkt die alternativen Medien. Unterstützt Politiker, Parteien und Organisationen die sich für den Frieden einsetzen.

3. Werdet aktiv! Lieber jetzt alle paar Monate auf die Strasse gehen, als später jahrelang täglich in kalten Schützengräben sitzen.

Dies ist eine Veranstaltung der Russischen Gemeinde Hamburg. Unsere Hauptaufgabe ist der Einsatz für die deutsch-russische Freundschaft. Russen und Deutsche dürfen nie wieder aufeinander schießen. Millionen Toter aus den letzten beiden Weltkriegen sind ein riesiges Mahnmal welches meine Worte bestätigt.

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